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Von der Zeitlosigkeit des Glücks

Erleben von Glück ist in der Regel mit dem Gefühl der Zeitlosigkeit und dem Aufgehen in der Gegenwart verbunden. Dies verweist auf den grundlegen¬den Zusammenhang von Stimmung und Zeiterfahrung, der sich zunächst an psychologischen und psychopathologischen Ausnahmezuständen illustrieren lässt: Erfahrungen des Rauschs und der Manie, in denen das Joch der Zeit gleichsam abgeworfen wird, stehen Stimmungen der Depression gegenüber, in denen sich die Zeit dem Betroffenen als quälende Last der Vergangenheit aufdrängt. Von da aus zeigt sich die „Befreiung von der Zeit“ in zweierlei Formen: Auf der einen Seite finden wir eine von der Vergangenheit abgeschnittene, geschichtslose Gegenwart, in der es dem Glückserleben an Tiefe und Nachhaltigkeit ermangelt (so etwa in der Sucht); auf der anderen Seite steht die eigentlich „erfüllte Gegenwart“, die die Lebensgeschichte in sich aufnimmt und eine tiefere Form des Glückserlebens ermöglicht. Die gesellschaftlichen Tendenzen der zeitlichen Beschleunigung und Verdichtung führen allerdings zu einem Verlust dieser Gegenwart und damit der Fähigkeit, Glück zu erfahren.

14:00 - 14.45

Thomas Fuchs

Thomas Fuchs

 
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